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pHash

Susanne Wehr
2 Karussell-Diaprojektoren mit je 80 Dias
Parallele Projektion 2 x ca. 30 x 40 cm

Video pHash

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re:cut – on photography in film
Video 15 min | Susanne Wehr 2017

Video re:cut

Bei dem Kurzfilm „re:cut – on photography in film“ handelt es sich um ein Video-Mashup, bei dem in einer akribischen Vorgehensweise neue Medieninhalte durch die nahtlose (Re-) Kombination bereits bestehender Inhalte erzeugt werden. Der insgesamt 15-minütige Film ist somit eine filmische Collage.
„re:cut | on photography in film“ besteht aus insgesamt 25 kurzen Sequenzen aus internationalen Spielfilmen, die zwischen 1974 und 2011 entstanden sind. Alle ausgewählten Sequenzen, Ausschnitte oder O-Töne beziehen sich auf den Vorgang des Fotografierens, der Fotoentwicklung oder des Umgangs mit fotografischen Bildern.
„re:cut“ gleicht einem aus Schnipseln der Filmgeschichte zusammengesetzten Puzzle zum Thema Fotografie im Film und spürt dem zeitlosen Wesen der Fotografie, den komplexen Vorgängen des Fotografierens und den manigfaltigen Intentionen im Umgang mit Fotografie nach.

Bereits vorhandenes (künstlerisches) Material und nicht selbst erzeugte Inhalte werden verwendet und in den eigenen künstlerischen Ansatz zu integriert. Der Film bewegt sich im Spektrum zwischen einer klassischen Collage und eines klassischen Filmformats. Unter Verwendung bereits vorhandener filmischer Sequenzen über Fotografie und ihrer Neuinszenierung bzw. -interpretation durch einen „re:cut“, begibt sich das Video in eine Grauzone von Zitat, (Raub-) Kopie und Piraterie. Der Zusammenschnitt der besonders bedeutsamen Filmsequenzen nach einer selbst herausgearbeiteten und auf die Filmausschnitte abgestimmten Choreografie erzeugt einen neuen künstlerischen Kontext. Das Video „re:cut | on photography in film“ erzählt eine neue, eigene Geschichte, die einen vertiefenden Blick auf die Funktion von Fotografie und den individuellen, persönlichen und täglichen Umgang mit ihr ermöglicht.

In minutiöser, chronologischer Abfolge sind dem Video Ablauf und Vorgänge zu Grunde gelegt, die entstehen, sobald eine Person einen Fotoapparat in die Hände bekommt: Von dem Moment des Film einlegens, gefolgt vom Blick durch den Sucher, bis hin zur Sekunde des Auslösens und der anschließenden Filmentwicklung, Sichtung und Verwendung von Fotografien bis hin zu gezielter Bildmanipulation.
Das Video eröffnet dem Betrachter das gesamte Spektrum des Fotografierens und den Umgang mit fotografischen Bildern. Alle diese Vorgänge fließen  durch vielschichtige Interpretationsmöglichkeiten, Subebenen und Subtexte zusammen. Thematisch reicht die Spannweite in den ausgewählten Filmsequenzen von der Suche nach Wahrheit oder Wahrhaftigkeit, der Absicht, einen bestimmten Augenblick festzuhalten, Erinnerungen optisch zu konservieren, mit dem Blick durch den Sucher eine Distanz zum wirklichen Geschehen zu schaffen, etc.

Ziel des filmischen Zusammenschnitts ist es, den identitätsstiftenden Vorgang des gesellschaftlichen/kulturellen Umgangs mit Fotografie und fotografischen Bildern nachvollziehbar zu veranschaulichen. Heute ist der Alltag aufgrund der nahezu ständigen Verfügbarkeit von Kameras in Mobiltelefonen geprägt davon, dass wir permanent neue fotografische Bilder produzieren, teilen und konsumieren. Fotografien in Form von Selbstdarstellungen bzw. Selbstvergewisserungen tragen einerseits zur Identitätsfindung bei und bergen andererseits zugleich die Gefahr eines Identitätsverlustes.
Fotografie ist eine kulturelle Errungenschaft, die sich nicht allein mit einer Negation aufgrund ihrer massenhaften Produktion, Unüberschaubarkeit von Bildarchiven und einer beliebigen Haltung gegenüber fotografischen Bildern erklären lässt. Das Video „re:cut | on photography in film“ wirft vor allem die Frage auf, wie wir den heutigen Bildkonsum und die selbstgewählte Realität unüberschaubarer Bilderberge und Archive für uns einordnen, bewerten und nutzen wollen und können. (Manuela Lintl)